Christian Link wird neuer Dekan im Kirchenbezirk Baden-Baden und Rastatt
Der neue Dekan im Kirchenbezirk Baden-Baden und Rastatt heißt Christian Link. Die Bezirkssynode wählte den 53jährigen Pfarrer aus Radolfzell am Bodensee am Freitag, 3. Februar 2023, bereits im ersten Wahlgang mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Dekan Steffen Mahler. Dieser wurde am 15. Juli 2022 von der Landesbischöfin aus seinem Amt verabschiedet. Die Wahl stieß bei den Synodalen nach den vielen Monaten ohne Dekan auf großes Interesse: 49 von 51 stimmberechtigten Mitgliedern nahmen an der Wahlsynode am Freitagabend im Bonhoeffersaal in Baden-Baden teil. Voraussichtlich wird der neue Dekan seinen Dienst noch vor den Sommerferien aufnehmen.
Christian Link war der einzige Kandidat, den Landesbischöfin Dr. Heike Springhart den Synodalen vorgeschlagen hatte. Nach dem Eröffnungsgottesdienst durch Prälatin Dagmar Zobel und der Begrüßung durch die Vorsitzende der Bezirkssynode, Ute Müller, begründete die Landesbischöfin ausführlich ihren Wahlvorschlag: „Die Landeskirche ist in stürmischen Fahrwassern unterwegs, als Kirche Jesu Christi wissen wir aber sehr genau, dass auch auf stürmischer See kein Grund zur Sorge vor dem Untergang besteht“. Es liege nicht in den Händen der Kirche und des Kirchenbezirks, die Zukunft der Kirche zu schaffen – das sei Gottes Sache. Allerdings liege es in ihren Händen, die Kirche zu gestalten, und zwar mit einem klaren Blick für das, was Menschen Heimat gibt und schon lange trägt – und mit dem Mut zu innovativen Aufbrüchen: „Es braucht Demut, mit der wir Gottes Geist auf der Spur sind – und den Mut, Neues auszuprobieren“, betonte sie eindringlich. Der Kirchenbezirk Baden-Baden und Rastatt habe sich schon auf den Weg gemacht und den Prozess eingeläutet. Die Geschwindigkeiten in den Gemeinden und anderen kirchlichen Präsenzen seien unterschiedlich, Kooperationsräume müssten sich erst finden und vieles, was an konkreten Schritten zu entscheiden sei, sei noch offen. Das sei eine große Herausforderung für die Prozessbeteiligten und fordere eine besondere Achtsamkeit und Augenmaß für das Machbare. „Es braucht einen Dekan, der visionär und sensibel mit einem Blick für die verschiedenen Bedürfnisse die eingeschlagenen Wege weiter mit beschreitet und leitet und neue gemeinsam mit den anderen Leitungsverantwortlichen entwickelt. All das traue ich dem Kadidaten zu“, begründete die Landesbischöfin ihren Wahlvorschlag für Christian Link. Anschließend stellte sich der Kandidat den Anwesenden inhaltlich und persönlich vor und beantwortete ihre Fragen.
„Freudvoll, mutig und voll Vertrauen“ wolle er sein Amt im Falle der Wahl ausüben, begann Christian Link seine Vorstellung. „So, wie ich mir auch das Leben in unserer Kirche, die Zusammenarbeit untereinander und den Glauben vorstelle“. Freudvoll, weil er denke, dass Glaube und Kirche Freude schenken und oft Freude machen, weil sie immer wieder helfen, Perspektiven im Leben zu finden, Kraft zu tanken und Lasten zu teilen. Mutig, weil er eine Atmosphäre schaffen wolle, in der man sagt: „Lasst uns das doch einfach mal ausprobieren“. Auch etwas loszulassen, brauche Mut. Und Vertrauen wünscht er sich im Umgang von Haupt- und Ehrenamtlichen.
Nach dem Studium der Evangelischen Theologie an den Universitäten in Heidelberg, Greifswald und Berlin trat der gebürtige Mannheimer 2002 seine erste Pfarrstelle in Gottmadingen an, bis er 2012 ins Gruppenpfarramt nach Radolfzell wechselte. Insbesondere seine Zeit als Projekt-Vikar bei der Evang. Kirche der Böhmischen Brüder in Prag (1999-2002) habe ihn sehr geprägt und angeregt, immer wieder in Kontakt mit anderen Kirchen und Ländern zu treten. So ist er seit 2006 Delegierter der Badischen Landeskirche in der Süd/Ost-Europagruppe der Gemeinschaft evang. Kirchen in Europa (GEKE).
Für seine künftige Führungsrolle im Kirchenbezirk und für die Herausforderungen des Umbruchs im Strategieprozess „ekiba 2032“ fühlt sich Christian Link gut gerüstet und hat eine klare Vision vor Augen: „Ich wünsche mir, dass wir in ein paar Jahren dastehen und sagen: ‚Oh, fühlt sich Kirche gut an‘. Bis dahin werde es für alle viel Arbeit geben, auch Abschiede, Trauer und Konflikte. Aber auch Lust auf Neues. „Wir werden Dinge ausprobieren, die wir im Moment noch gar nicht sehen und strahlen vor Freude. Manchmal auch lange Gesichter haben und uns stützen. Wir werden Kirchen füllen. Mit Menschen, mit Glauben, mit Musik, mit Diakonie, Bildung. Mit Gottes Gegenwart.
Als langjähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr hat Christian Link bei vielen Einsätzen gelernt, wie wichtig eine klare Orientierung und verlässliche Aufgabenteilung ist. Und das will er auch bei seiner künftigen Aufgabe im Kirchenbezirk Baden-Baden und Rastatt beherzigen: „Ich möchte mit dem Dekanatsteam, dem Bezirkskirchenrat und der Synode gemeinsam Orientierung geben, Aufgaben teilen, uns gegenseitig unterstützen, Miteinander und füreinander beten und den Zusammenhalt stärken. Das Feiern des Gelungenen nicht zu vergessen“. Entspannung findet der künftige Dekan beim Mountainbike fahren, Lesen, und Kochen.
