Gedanken zum August 2026

MONAT August 2026
 
„Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. Joh 10,10 (E)
von Pfarrer Dr. Dietmar Reizel, Evangelische Petrusgemeinde Rastatt

Eine Frau machte Karriere und wurde bereits in jungen Jahren Professorin. Sie bekleidete ein hohes Amt in der Regierung. Wertschätzung, Respekt und Erfolg waren ihre ständigen Begleiter. Auch viele Termine. Doch dann kam der Absturz: Überforderung, Einsamkeit, Burnout.
Äußerlich gesehen hatte sie alles erreicht, doch innerlich kam der Zusammenbruch. Was nützt es, viel zu besitzen und doch das zu verlieren, wovon das Leben abhängt?
Genau hier setzt Jesus an: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“
Was für eine gewaltige Aussage! Man erschrickt fast davor und vergleicht sie mit seinen eigenen Erfahrungen: Wie passt das zu Krankheit? Zu Tränen, Enttäuschungen und Scheidungen? Zu Abschieden?
Gerade hier müssen wir lernen, mit den Augen des Glaubens zu sehen. Jesus verspricht keine Fülle nach dem Maßstab dieser Welt. Die Welt nennt denjenigen reich, der Erfolg hat oder viel besitzt.
Jesus nennt denjenigen reich, der Gott „besitzt.“ Wer Jesus hat, der hat das Leben; wer ihn nicht hat, der hat auch das Leben nicht! (1. Joh. 5,12). Wieder so ein Wort, über das man erschrecken kann.
Unsere Welt spricht von Fülle, wenn alle unsere Wünsche erfüllt werden und wir selbstbestimmt leben können. Jesus dagegen spricht von Fülle in Verbindung mit seiner Person, in Verbindung mit ihm selbst.
Wer Christus nur als Verbesserer für sein Leben oder als Stimme für die Lösung politischer Probleme sucht, wird früher oder später bitter enttäuscht werden.
Wer Christus aber als sein Leben findet, entdeckt einen Reichtum, den keine Krise zerstören kann. Christus schenkt nicht immer ein leichteres Leben. Aber Er schenkt sich selbst. Seine heilsame Gegenwart ist das wahre Leben.
Vielleicht fragen Sie sich beim Lesen dieser Zeilen, wo die versprochene Fülle für Sie geblieben ist. Dann schauen Sie nicht zuerst auf Ihr Leben.
 
Schauen Sie auf Christus. Nicht Ihre unbeständigen Gefühle sind die Quelle des Lebens, sondern der Blick auf Christus – die innere Verbundenheit mit ihm.
Die Fülle eines Christen besteht nicht darin, dass seine Hände immer voll sind. Sie besteht darin, dass sein Herz von Christus erfüllt wird.